Vegetarismus und Veganismus - aus Sicht einer Fleischfresserin

04.12.2016

2. Meine Meinung


 Biologischer Standpunkt

Nach der Systematik der Lebewesen gehört der Mensch zur Ordnung der Primaten. Primaten weisen unterschiedliche Ernährungsweisen auf: Im Allgemeinen spricht man von Allesfressern, es gibt Primaten die nur pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, genauso gibt es aber auch Primaten (unter anderem der Schimpanse, der dem Menschen ja bekanntlich am nächsten ist), die Jagd auf kleinere Tiere machen. Somit kommt der Mensch, wenn er Fleisch ist, eigentlich nur seiner Natur nach.

So kommen wir zu den anderen tierischen Produkten außer Fleisch. In der Tierwelt kann es schon mal vorkommen, dass ein Tier die Erzeugnisse eines anderen Tieres wie zum Beispiel Eier oder Honig frisst, von daher kann man also nicht unbedingt etwas ungewöhnliches an unserer Ernährung finden.

Was dagegen vollkommen unnatürlich ist, ist unser Konsum von Milch beziehungsweise damit zusammenhängend der Konsum von anderen Milchprodukten. Es gibt kein Tier außer dem Menschen, dass nach seiner Säuglingszeit noch weiter Milch trinkt, geschweige denn die Muttermilch eines anderen Tieres verzehrt.

Damit hätten wir also den biologischen Standpunkt geklärt!


Der Unterschied zwischen Mensch und anderen Primaten

Man kann also einem Menschen, der Fleisch isst keinen Vorwurf machen, das sollten sich einige Veganer und Vegetarier noch einmal ins Gedächtnis rufen.

Aber nun ist es so, dass sich im Falle des Menschen nicht alles durch den biologischen Standpunkt erklären lässt: Der Mensch ist viel weniger seinen Instinkten unterworfen als die anderen Tiere, der Mensch ist viel intelligenter und kann so über die ethische Korrektheit seiner Taten nachdenken. Ein Schimpanse würde niemals darüber nachdenken ob das jetzt in Ordnung ist, dass er das Tier vor ihm getötet hat um es zu essen. Der Schimpanse verspürt einfach Hunger und geht dann seinen Instinkten nach, der Mensch dagegen kann darüber nachdenken und für sich selbst entscheiden ob das mit seinen Prinzipien vereinbar ist. Und das ist der Grund warum andere Ernährungsweisen überhaupt entstanden sind.


Es gibt viel mehr tierliebe Menschen als Vegetarier

Und obwohl der Mensch die Möglichkeit hat, sich über seine Ernährung Gedanken zu machen, tun es doch die wenigsten. Die Menschen setzen sich nicht mit dem Auseinander was sie da gerade essen. Natürlich wissen sie, dass das Steak, was sie gerade essen, von einem Tier stammt, das geschlachtet wurde um gegessen zu werden aber sie möchten nicht darüber nachdenken. Wenn sie auf ihren Teller schauen sehen sie eben das Steak, was da liegt, machen aber nicht den Gedanklichen Schritt zu der Bedeutung davon.

Ich glaube die wenigsten Menschen wären dazu fähig ein Tier selbst zu schlachten, es danach zuzubereiten und zu essen, ich selbst wäre auf keinen Fall dazu fähig.

Und doch realisiert man nicht, dass es im Prinzip genau das ist, was man isst. Nur das man den Schlachtprozess natürlich nicht selbst miterlebt hat.

Außerdem gibt es sehr viele Menschen die sehr tierlieb sind und trotzdem sehr viel Fleisch essen. An dieser Stelle wird häufig ein klarer Unterschied zwischen Haustieren wie Hund und Katze und Nutztieren wie Kuh und Schwein gemacht. Und ich finde auch an dieser Stelle besteht einfach nur Denk-Bedarf.


Massentierhaltung

Die Massentierhaltung ist wohl mit der größte Grund, dass viele Menschen Vegetarier werden. Sie sehen diese furchtbaren Bilder und denken sich, da möchte ich nicht mehr dran beteiligt sein. Aber auch die, die Fleisch essen sind überwiegend gegen die Massentierhaltung, das sagt ihnen einfach ihr gesunder Menschenverstand, und auch sie kennen die schrecklichen Bilder.

Aber wenn alle dagegen sind warum gibt es dennoch Massentierhaltung? Naja, weil der Mensch nun mal daran gewöhnt ist, im Supermarkt alles in ausreichender Menge und vor allem möglichst günstig vorzufinden. Und selbst wenn es nicht um den Preis gehen würde, könnte der enorme Fleischbedarf unserer heutigen Gesellschaft ohne die Massentierhaltung einfach nicht mehr gedeckt werden.

Das Problem ist, dass es keine vernünftige Alternative gibt. Die Menschen wollen in ihrem Leben auf nichts verzichten und wenn ein Lösungsvorschlag beinhalten würde, dass sie weniger Fleisch essen sollten, würden sie direkt abblocken.

Allerdings würden glaube ich viele Menschen, und tun es sogar schon, ein bisschen darauf achten wo ihr Fleisch her kommt und geben dann für gutes Fleisch auch einmal ein bisschen mehr aus. Das gilt natürlich nur für die Familien, die nicht sparen müssen. Die Leute, die eh schon wenig Geld haben, freuen sich natürlich sehr über das günstig produzierte Fleisch.

Hier ist meiner Meinung nach wieder Aufklärung sehr wichtig. Man muss den Menschen immer wieder achten, dass sie auf gutes Fleisch achten, von Tieren aus einer guten Haltung. Die Lösung ist allerdings nicht auch missionarisch zu werden und allen einreden zu wollen sie müssten auch unbedingt zu Vegetariern oder Veganern werden!

( der Text wurde jetzt am Beispiel Fleisch geschrieben, das gleiche ist natürlich auf Milch, Eier,... anzuwenden)


Meine Meinung

Meine Meinung zu dem Thema hat sich wohl um 180 Grad gewandelt. Vegetarismus fand ich schon immer gut aber Veganismus habe ich einfach nicht verstanden.

Heute habe ich verstanden was alles dahintersteht: Eigentlich geht es darum mit seinem Leben die Umwelt und alles was mit ihr verbunden ist so wenig wie möglich zu stören und dieses Prinzip finde ich sehr schön. Denn auch, wenn wir nur einmal Leben und die Auswirkungen für uns wahrscheinlich nicht mehr so groß sein werden, sollte man doch respektvoll mit unserem Planeten und allen Lebewesen die darauf wohnen umgehen.

Früher dachte ich Veganer sind einfach nur missionierende Spinner, heute kann ich zumindest nachvollziehen warum sie missionieren, wenn ich es auch nicht gut heiße! Sie wollen einfach nicht nur selbst darauf achten, sondern möglichst viele davon überzeugen um etwas zu bewirken.

Ich fände es sehr wichtig, dass alle Leute sich nur einmal Gedanken über ihre Ernährung machen und ob sie damit einverstanden sind. Vegetarier und Veganer haben das im Normalfall ja schon gemacht aber auch die Fleischesser sollten sich Gedanken machen. Ich fände es wichtig, dass sie sich bewusst entscheiden sich so zu ernähren, also sich entscheiden Fleisch zu essen und nicht einfach nur essen, weil es halt immer so war.

Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass zusätzlich zu den Gedanken über das Essen noch tausend andere Sachen dazu kommen an die man plötzlich denken möchte: Die vermehrte Müllproduktion durch Plastik, der überflüssige Verbrauch von eigentlich allen Gütern die wir besitzen, Atomenergie, und und und.

Das Thema hat mich in seinen Bann gezogen und ich bin gespannt wie es sich entwickelt!


So, das war es für heute. Ich Möchte noch kurz sagen, dass es hier natürlich um meine persönliche Meinung ging und ich das vollkommen in Ordnung finde wenn ihr das ganz anders seht und mit dem ganzen Thema Vegetarismus und Veganismus immer noch nichts anfangen können.

Schreibt mir eure Meinung doch sehr gerne, dann können wir uns etwas austauschen.

Und morgen kommt dann der nächste Teil dieser Serie wo ich über meine Ernährung sprechen werde.