Storytime: Mein Medizinstudium

30.11.2016

Wie ich hier schon einmal geschrieben habe ich mich entschieden Medizin zu studieren und habe jetzt das erste Semester schon fast hinter mir. Doch der Weg, der zu dieser Entscheidung führte war gar nicht so einfach.

Heute möchte ich euch also erzählen wie es dazu kam und warum ich dem ganzen immer noch skeptisch gegenüberstehe.

Als im letzten Jahr mein Abijahr begann, hatte ich noch keine Ahnung was ich einmal mit meinem Leben anfangen wollte. Ich war nicht schlecht in der Schule, eigentlich sogar relativ gut aber ich wusste einfach nicht wie es danach weitergehen sollte.

Die ersten Monate stand ich kurz vor, und zeitweilig auch kurz hinter dem Nervenzusammenbruch. Es machte mich fertig, dass ich nicht wusste was ich machen wollte aber gleichzeitig arbeitete ich auch wie eine Irre auf eine gute Durchschnittsnote hin ohne zu wissen ob ich sie überhaupt brauchte. Heute glaube ich, dass ich im Unterbewusstsein das vielleicht schon an Medizin gedacht habe.

Eines Nachmittags setzte ich mich dann mit meinem Freund zusammen und wir gingen Studiengänge durch und am Ende hatten wir tatsächlich ein paar herausgeschrieben. Medizin stand auch auf der Liste, allerdings war dieser Studiengang nicht wirklich von mir sondern eher von ihm darauf gesetzt worden. Ich sagte ihm direkt, dass von der jetzigen Auswahl mich Medizin eigentlich am meisten interessierte was auch stimmte.

Von da an sagte ich allen, dass ich Medizin studieren wollte und somit war diese Entscheidung für mich besiegelt. Ich war nun wieder nahe des Nervenzusammenbruchs, dieses mal aber weil ich wusste, dass ich die erforderliche Durchschnittsnote niemals erreichen würde. Ich wohne in Belgien und das mit der Umrechnung ist nicht ganz so fair (dazu aber ein andermal mehr)

Gegen Ende des Jahres war bereits abzusehen, dass ich es nicht nach Deutschland schaffen würde und somit blieb nur noch eine Option. Ich musste in Belgien studieren, auf Französisch, meinen Allzeit Hassfach in der Schule.

Ich war todunglücklich aber mir blieb nichts anderes mehr übrig und so begann ich tatsächlich an einer belgischen Uni Medizin zu studieren.

Ich bin dort jetzt seit September und ich bin immer noch sehr unglücklich mit der Sprache, ich habe dort keinen Anschluss gefunden und muss mich wirklich zu den Unterrichten quälen.

Aber auf meine Sorgenliste ist nun noch ein weiterer Punkt gekommen und zwar die Frage ob ich mich wirklich für Medizin entschieden habe oder ob mein Freund diese Entscheidung getroffen hat und ich mich einfach so fest daran geklammert habe aus Angst nicht das zu finden was ich machen möchte. Bin ich überhaupt geeignet dafür? Und vor allem wie werde ich reagieren wenn mir in späteren Semestern die Leichen vorgelegt werden? Komme ich seelisch damit klar?

Ich habe zurzeit keine Antworten auf diese Fragen aber ich hoffe ich werde bald welche finden. Bis dahin, weiterhin viel Spaß mit den anderen Einträgen in diesem Blog.